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Italien Luxus Steuer | Limit auf 45 Tage erhöht


Empfohlene Beiträge

Gast Hans Fuchs
Geschrieben
  Chipart schrieb:
nur wird hier zumindest aus meiner Sicht mit zweierlei Mass gemessen
Florian: zu Deiner Kenntnisnahme

 

Vor 14 Tagen wurde ein Schweizer User vorübergehend gesperrt, da er pauschal gegen die "Deutschen" gelästert hat.

 

Wenn Chris es allgemein sagt, dann darfst Du dennoch davon ausgehen, dass er mit seinem guten Namen zur Aussage steht, und dass sie auch stimmt.

 

Hans

Gast Hans Fuchs
Geschrieben
  Chipart schrieb:
Kritik wird darueber geaeussert, dass die schweiz (wahrgenommen oder tatsaechlich) Einwohnern anderer Laender dabei hilft, in ihren Heimatlaendern Steuern zu hinterziehen
Das wird auch nicht wahrer je öfter, es wiederholt wird.

 

Wir haben relativ tiefe Steuern und ein Bankgeheimnis. Beides gilt für Schweizer und für Ausländer in gleicher Weise. (auch Rechtsgleichheit ist ein Hohes Gut)

 

Jeder Staat, der das wünscht, kann mit der Schweiz ein Abkommen schliessen, damit seine Bürger, die Geld in der Schweiz haben, mit einer Quellensteuer belegt werden. Diese Steuern werden ohne jeden Adminstrationsaufwand in die Herkunftsländer transferiert. Eine billigere und effektivere Art Steuern von seinen Bürgern einzutreiben, gibt es überhaupt nicht.

 

Dass man sich weitgehend darum foutiert und statt dessen lieber die überaus kooperative Schweiz schlecht macht, ist der eigentliche Skandal.

 

Hans

Geschrieben

GANZ kurz OT:

 

Zuerstmal zur PM von der Florian berichtet hat

(zur Erinnerung)

  Zitat
Als Deutscher in einem schweizer Forum so etwas herauszulassen ist schon ein starkes Stück, zumal Deine Landsleute seit der Einführung der Personenfreizügigkeit unser Land überschwemmen, die Löhne dumpen und die schweizerischen Sozialwerke plündern.

Finde es SEHR schade, dass solche beschränkten Leute sich in diesem Forum aufhalten - damit weiß ich auch welche Sorte Mensch in Zürich Wagen mit deutschem Nummernschild die Reifen aufsticht...:001::001::001:

 

 

Wieder zum Thema:

Ich finde es enorm, wie einige Länder ihre Leistungsträger pauschal "bestrafen" und dabei nebenbei nochmal eben den Tourismus vergraulen.

 

Vor allem werden hier ja alle GA Piloten über einen Kamm geschehrt nach der Regel: PPL = Reich. Das sich viele Piloten eben jede Flugstunde absparen um ihre Leidenschaft zu leben wird dabei mal schnell übersehen. So kriegt man es dann hin, das die Fliegerei wirklich zum Millionärssport wird - dem Vielverdiener sind die 2.000 Tacken pro Jahr egal.

 

Aber da ich selten in Italien bin, habe ich vor allem diese Sorge:

Wie kann sich die GA irgendwie organisieren, dass sowas nicht auch in D oder der Schweiz eintritt?

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber kann mir gut vorstellen, dass im Falle der Wahl einer Rot-Grünen Regierung in Deutschland man die GA SEHR gut als Einnahmequelle sieht...

Geschrieben
  Hans Fuchs schrieb:
Das wird auch nicht wahrer je öfter, es wiederholt wird.

 

Lieber Hans,

 

Ich moechte wirklich weder die Schweiz noch einen Schweizer beleidigen. Aber das Bankgeheimnis, dass Du imho zu Recht als grosse Errungenschaft der Schweiz siehst hilft nun mal wirklich vielen Menschen weltweit bei der Steuerhinterziehung!

 

Ja, die Schweiz "bietet an", auch auslaendische Vermoegen (genauer: Kapitalertraege aus auslaendischen Vermoegen) mit einer Quellensteuer zu belegen. Das ist nun mal der schweizer Weg der Kapitalbesteuerung.

Andere Laender haben aber andere Wege: Einige stellen auch Kapitalertraege unter den Progressionsvorbehalt der Einkommenssteuer, andere besteuern sogar in verschiedenen Formen das Vermoegen an sich. Eine Quellensteuer (wenn sie nicht ueber 50 Prozent ist) ist in keinem dieser Systeme eine adaequate Alternative.

 

Ich moechte nicht bewerten, welches der systeme besser ist. Fakt ist, dass es immer noch viele Menschen gibt, mit dem Schweizer System besser fahren und deswegen in ihrem Heimatland dadurch Steuerhinterziehung betreiben, dass sie ihr Kapital in die Schweiz schaffen.

 

Nein, das bedeutet juristisch nicht, dass die Schweiz diesen Menschen aktiv bei der Steuerhinterziehung hilft (einige schweizer wie auch andere Banken haben das nach Auffassung verschiedener Gerichte weltweit allerdings schon getan) aber es ist zumindest fuer mich auch verstaendlich, dass in vielen Laendern der Eindruck entsteht, die Schweiz wuerde auch nicht gerade aktiv gegen Kapitalflucht vorgehen.

 

Gruss,

Florian

Geschrieben
  Chipart schrieb:

....

Ich moechte nicht bewerten, welches der systeme besser ist. Fakt ist, dass es immer noch viele Menschen gibt, mit dem Schweizer System besser fahren und deswegen in ihrem Heimatland dadurch Steuerhinterziehung betreiben, dass sie ihr Kapital in die Schweiz schaffen.

.....

 

In der ganzen globalen Gesellschaft gibt es immer unterschiedliche Systeme und Regulierungen und wird es auch immer geben. Sei es nun in der Frage der Besteuerung, sei es in der Frage der Personenfreizügigkeit oder auch in der Frage der N-Flugzeuge in Europa. In der freien westlichen Welt kann fast jedermann sein System zu wählen, welches ihm am Besten gefällt.

Er kann sein Kapital oder Güter dort platzieren, wo es ihm beliebt oder er kann sogar seinen Lebensmittelpunkt in das Land seiner Wünsche verlegen. Gerade das haben in den letzten Jahren Zehntausende von hochqualifizierten Deutsche gemacht und ihrem Land den Rücken gekehrt. Warum wohl?

 

Der von einigen Ländern begangene Weg über immer mehr einschränkende Regulierungen (Gesetze, Steuern etc.) wird diesen Trend noch stärker werden lassen und solange irgendein Land dieser Welt diese Regulierungswut nicht mitmacht, wird es immer eine Wanderbewegung" geben. Gerade in der jetzigen Zeit werden die Länder sehr "erfinderisch" in der finanziellen Drangsalierung ihrer Bürger. Gegen die Absicht der USA das steuerliche "Territorialprinzip" aufzugeben und auf der ganzen Welt die US-Bürger zu besteuern ist diese italienische Flugzeugsteuer gerade ein Klax.

 

Liberalisierung wäre gefragt, statt Einschränkungen. Attraktivität statt Regulierung.

 

Walter

Karsten Sanders
Geschrieben
  Walter_W schrieb:
Gegen die Absicht der USA das steuerliche "Territorialprinzip" aufzugeben und auf der ganzen Welt die US-Bürger zu besteuern ist diese italienische Flugzeugsteuer gerade ein Klax.

 

Walter

 

Weise Worte! Und die Motivation ist die gleiche - Verbesserung der nationalen Finanzen. Und wenn ein Volk, ein Land, eine geografische Union demokratisch seine eigenen, demokratischen Spielregeln entwirft, und das schon einige Jahrhunterte früher als viele der anderen Länder, kann so schnell niemand daher kommen und eine Änderung erzwingen zur Erhöhung der nationalen Kompatabilität.

 

Betrachten wir es mal ganz nüchtern, die EU Freizügigkeit im Schengenraum wird gerade auf eine neapolitanische Müllhalde gekippt. Das ist zwar schade, aber letztlich der demokratische Wille eines demokratischen Staats (italienischer Nation ...). Wenn die Italiener das wollen, so sollen sie es haben. Ein paar Lobby-Onkels werden ihnen die Folgen erklären und dann müssen sie entscheiden, so wie andere Nationen, demokratischer oder populistischer Natur, respektieren müssen, wer und wie die Gesetze in der Schweiz gemacht sind. Und vielleicht muss das System einmal gegen die Wand fahren, damit andere merken, was so alles passieren kann. Ein Jahr mal ohne Italien-Urlaub? Warum nicht. Ich war auch Jahrelang nicht in Libyen und den USA, geht auch.

 

Karsten

Gast Hans Fuchs
Geschrieben
  Hans Fuchs schrieb:
Bankgeheimnis
Ich möchte mich der Vollständigkeit halber noch ergänzen.

 

Das Schweizer Bankgeheimnis muss im Zuge eines Rechtshilfegesuches selbstverständlich gelüftet werden. Es gibt keinerlei Schutz, wenn der ausländische Staat Steuervergehen bestimmter Personen in einem solchen Verfahren glaubhaft machen kann.

 

Was es aber nicht gibt, ist, dass die Schweiz einfach Listen aller Bankkunden an jeden beliebigen Schnüffelstaat verschickt.

 

Hans

Geschrieben
  Walter_W schrieb:
In der freien westlichen Welt kann fast jedermann sein System zu wählen, welches ihm am Besten gefällt.

 

Hier stimme ich Dir voll zu: Das sollte auch so sein! Allerdings mit einer wesentlichen Konkretisierung! Es sollte jeder das eine System waehlen koennen, das ihm am Besten gefaellt!

 

Problematisch finde ich es, wenn Leute "Regulierungs-Arbitrage" betreiben, indem sie die hohen Loehne in Land A, die Sozialleistungen in Land B (am Ende noch in Land C iher Sozialabgaben zahlen), die Lebenshaltungskosten in Land C, die Kapitalertragssteuern in Land D mitnehmen und dann noch ihr Flugzeug in Land E immatrikulieren. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, aber funktionieren tun sie eben nur als System...

 

Gruss,

Florian

Geschrieben
  Walter_W schrieb:
Gegen die Absicht der USA das steuerliche "Territorialprinzip" aufzugeben und auf der ganzen Welt die US-Bürger zu besteuern ist diese italienische Flugzeugsteuer gerade ein Klax.

 

Vier Gedanken hierzu:

- Es ist jedem Staat selbst ueberlassen, ob er ein Steuerliches Teritorialprinzip anwendet oder nicht. Ein universelles Recht auf dieses Prinzip gibt es Nach Ansicht vieler Voelkerrechtler (in D z.B. bei Isensee und Kirchoff nachlesbar) nicht.

- Die Schweiz und Deutschland halten sich zumindest nicht daran. in jedem der beiden Staaten ist es (m.W.) so, dass ein Angestellter eines Unternehmens in diesem Staat, der "auf Montage" Arbeiten im jeweils anderen Staat (oder den allermeisten Drittstaaten) verrichtet den hierauf entfallenden Arbeitslohn im Heimatstaat versteuert, auch wenn die Wertschoepfung im Territorium des anderen Staates erbracht wird.

- Es jst durchaus eine spannenden Frage, nach welchem Steuerrecht ein deutscher Staatsbuerger, der in Deutschland ansaessig ist und Kapitalertraege mit deutschen Bundesanleihen erzielt im Sinne des Teritorialprinzips zu versteuern haette, wenn er sein Depot bei einer schweizer Bank hat.

- Schliesslich waere es gerade im Sinne eines Teritorialprinzips, das bewegliche Wirtschaftsgueter (also z.B. Flugzeuge) in dem Teritorium versteuert werden, wo sie sich gerade befinden. In so fern folgt die Italieneische Luxussteuer geradezu vorbildlich dem Teritorialprinzip. ob das so gut ist mag ich stark bezweifeln....

 

Gruss,

Florian

Karsten Sanders
Geschrieben
  Chipart schrieb:
- Schliesslich waere es gerade im Sinne eines Teritorialprinzips, das bewegliche Wirtschaftsgueter (also z.B. Flugzeuge) in dem Teritorium versteuert werden, wo sie sich gerade befinden. In so fern folgt die Italieneische Luxussteuer geradezu vorbildlich dem Teritorialprinzip. ob das so gut ist mag ich stark bezweifeln....

 

Gruss,

Florian

 

Moment. Mir gefällt der Begriff "versteuern" nicht. Was wird hier BEsteuert? Als Angestellter oder kleiner Selbstständiger habe ich Steuern bezahlt und danach ein verfügbares Einkommen.Aus 100 werden 80-50%. Davon spare ich einen Teil und wenn es reicht kaufe ich davon ein Flugzeug. Dänemark ist vorüber also kaufe ich regulär. Je nach EU Wohnort werden dann aus den 80-50% über die MwSt nur noch 65-40%, die für eine reale Geld/Materie-Konversion zur Verfügung stehen - nach MwSt. Meine 100% Arbeitsleistung wandelt sich also in 65-40% in tragende Struktur und Freude.

 

Wo ist nun der steuerbare Effekt für Italien?

 

Karsten

Geschrieben
  Chipart schrieb:
- Schliesslich waere es gerade im Sinne eines Teritorialprinzips, das bewegliche Wirtschaftsgueter (also z.B. Flugzeuge) in dem Teritorium versteuert werden, wo sie sich gerade befinden. In so fern folgt die Italieneische Luxussteuer geradezu vorbildlich dem Teritorialprinzip. ob das so gut ist mag ich stark bezweifeln....

 

Florian,

 

also denken wir das mal zu Ende. Jedes Land, in das ich mit meinem Auto, Flugzeug oder Boot einreise, erhebt bei der Einreise gleich Steuern auf dieses. Heisst für mich, es wird faktisch unmöglich überhaupt noch mit einem (auf den Fall Italien bezogen) privaten Verkehrsmittel zu reisen, da diese unverhältnismässig verteuert werden.

 

Wen trifft nun sowas? Der Sozialist und Umverteiler wird sofort die Fahne schwingen und auf die bösen Reichen mit ihren Biz Jets hinweisen. Aktuell würde sowas aber vor allem Familien und Kleinverdiener voll treffen, die sich eben die Flugreise oder auch den Zug NICHT leisten können sondern mit dem Privatauto fahren, so etwa zig tausende jedes Jahr die nach Italien zum Campen gehen. Ein Camper, ebenfalls ein Investitionsobjekt, kostet aber je nach Ausführung wesentlich mehr als ein 30-40 jähriges Privatflugzeug. Also wird dem mal für seinen Urlaub weil er ja länger als 48 Stunden bleibt gleich mal 10'000 Euros abgeknöpft?

 

Ein derartiges Territorialprinzip ist ein Rückfall ins Mittelalter. So funktioniert heute die MwSt, was als einziges auch Sinn macht. Und die kriege ich in der Regel als Ausländer zurück, wenn ich das Land verlasse, zumindest bei Konsumgütern. Italien macht hier aber was ganz anderes. Es erhebt eine unverhältnismässige Wuchersteuer, welche in diversen Fällen 10-20% des Wertobjektes übersteigt und nimmt de fakto das Eigentum als Geisel. Sowas kennt man von alten Geschichten, wo Feudalherren einfach neue Steuern erfanden, wenn sie knapp bei Kasse waren. Im Rahmen eines sogenannt "vereinigten" Europas ist soetwas völlig unakzeptabel.

 

Meine Befürchtung läuft nur in die Richtung, dass falls Italien damit durchkommt, andere Länder nachziehen könnten, die ebenfalls einen Pick auf die GA haben.

 

Was dieser Fall aber einmal mehr zeigt ist sehr unschön.

- Erstens gibt es selbst in der Riege der Piloten (siehe hier) Leute, die sowas mit hämischem Grinsen dem "geschieht den Schnöseln recht" Effekt zuorden und dabei völlig vergessen, dass auch sie mit ihrem Eigentum (z.B. Auto) sehr verletzlich werden, sollte sowas Schule machen.

- Zweitens muss jetzt endlich die Aviatik zusammenrücken und gegen solche Auswüchse geschlossen vorgehen. Italien praktiziert hier die alte Prämisse, "Teile und Erobere", in dem sie die Aviatik wieder mal spaltet. Clubs gegen Privateigner, AOC gegen Private Operatoren. Wenn die Clubs und AOC's nun Häme spucken und sich freuen, dass den Privaten der Garaus gemacht wird, fällt das mit tödlicher Sicherheit auf sie selber zurück, spätestens dann, wenn der Staat einsieht, dass er mit dieser Steuer gar nichts erreicht und sie dann ausweitet um das Geld doch noch einzutreiben.

 

Die Aviatik, nicht nur die GA, braucht eine Interessenvertretung mit Biss und Einigkeit. Kommt diese nicht in nützlicher Frist zusammen, so denke ich ist die GA zuerst und vieles andere danach in Europa in absehbarer Zeit tot.

Geschrieben

Kleiner Tipp :

Wenn es jemanden anödet, pauschale "Urteile-Vorurteile" (Schweizer, Deutsche, Porschefahrer,.....)zu lesen, kann man die betreffenden Schreiber "ignorieren"....:cool:

Geschrieben
  Chipart schrieb:
Ich bin ueberrascht, wie boese (und beleidigende) Reaktionen ich auch als PM bekommen habe und werde mich zu dem Thema nicht weiter aeussern.

 

Gestern war gestern...

Geschrieben
  Karsten Sanders schrieb:
Meine 100% Arbeitsleistung wandelt sich also in 65-40% in tragende Struktur und Freude.

 

Wenn man lange genug wartet, landet eh jeder Rappen beim Staat.

Karsten Sanders
Geschrieben

Sag mal, warum residierst Du eigentlich in Spanien? Steuerliches oder klimatisches Benchmarking?

:D

Karsten

Geschrieben
  Karsten Sanders schrieb:
Sag mal, warum residierst Du eigentlich in Spanien? Steuerliches oder klimatisches Benchmarking?

 

Die Steuern werden's wohl nicht sein ;)

Das Verhältnis Investition zu Grundstücksgrösse war gut - das Klima ist dann noch das Zückerchen.

Geschrieben

Wer interessiert an einer italienischen Vorlage zur Reklamation beim italienischen Tourismusminister ist, soll mir eine PN mit E-Mailadresse schicken. Ich werde mein Schreiben morgen nach Italien abschicken. Je mehr reklamieren, desto besser ...

Geschrieben

Flavio,

 

ja gern. Kannst auch gern hier direkt posten, zum copy/pasten. Je mehr desto besser.

 

LG

 

Urs

Geschrieben

Wahnsinn! Irgendwie hab ich grad eine Art Déjà-vu! Hastig verabschiedete Gesetze zur Einnahmenlukrierung im Aviatikbereich ohne nachzudenken, was man denn da grad wirklich eingeführt hat ohne zu überlegen, ob nicht die neue Gebühr mehr kostet als sie bringt inklusive später notwendiger Reparatur desselben um nicht komplett das Gesicht zu verlieren! Hat doch gravierende Ähnlichkeit mit dem Glanzstück der Passagierabgabe der Beamten meines Heimatstaates! Ich bin immer noch hoffnungsvoll, dass das Gesetz bald repariert wird. Auf alle Fälle werde ich ebenfalls einen Brief an den Tourismusminister schicken um zu sehen, ob ich meine ca. 3k-4k Euronen pro Jahr besser in ein anderes Land bringen soll wenn nun Fliegerurlaub in Italien nicht mehr möglich sein sollte. Denn ca. soviel hab ich letztes Jahr mit meiner PA28 nach Italien gebracht.

 

  Chipart schrieb:
Das haben sie ja schon - auch in Italien fliegen viel zu viele N-registrierte Flugzeuge rum, die in Wirklichkeit nach dem Ferry-Flug die italienischen Grenzen nie mehr verlassen haben. Der Kerngrund der (aus vielerleich Hinsicht auch rechtssystematisch schwierigen) 48h Regel ist ja gerade, dass viele "italienische" Flugzeuge nicht in Italien registriert sind.

...

Gruss,

Florian

 

Lieber Florian!

Ich weiß zwar beim besten Willen nicht, was der Grund für Deine ständigen Angriffe gegen ausgeflaggte Flugzeuge ist aber gerade als Deutscher wäre es besser, hier nicht zu fordern, dass alle Halter ihr Flugzeug im Heimatland zulassen müssen. Ein großer Teil der in Österreich (und auch in Italien btw) stationierten Flugzeuge fliegen nämlich mit D-Kennungen rum, werden in D gewartet, etc. und generieren so eine ganz schöne Wirtschaftsleistung in Deutschland. Im Übrigen gilt dies auch für meine N-reg PA28, die ich aus Deutschland gekauft habe. Diese Maschine wurde nach dem Import aus den USA im Jahr 1982 ordnungsgemäß verzollt, alle Steuern bezahlt und ständig (bis zum heutigen Tag) in Deutschland gewartet und überprüft, ist in der Obhut eines JAA Wartungsbetriebs und wird von einem deutschen FAA Prüfer alljährlich abgenommen. Ich stecke also viel Geld in die deutsche Wirtschaft weil dies aus bürokratischen Gründen besser ist, als zu versuchen, diese Maschine OE registrieren zu lassen. Ich besitze sowohl die JAR- als auch die FAA Lizenz und bin schon stark am Überlegen, ob ich nicht auch meine JAR (oder EASA) Lizenz ausflaggen soll denn allein der lvl4 Englischeintrag kostete mich 310 Euronen wofür in D gerade mal 40 Euro von einem deutschen Kollegen gefordert wurden.

 

Wenn einzelne Länder glauben, dass sie ihre Bürger mit maßlosen Gebühren und Steuern nach Lust und Laune gängeln können muß man sich auch nicht wundern, wenn die Bürger ihrerseits versuchen, sich Alternativen zu suchen oder Wege finden, wie man keine Steuern zahlen muß. Richtig dämlich wird es allerdings (wie letztes Jahr hier in Österreich oder jetzt in Italien) wenn man sich einen der wichtigsten Wirtschaftszweige ruiniert nur um ein paar schwarze Schafe zu "strafen" weil man einfach keine bessere Idee hat.

Geschrieben

Hier ein weiterere Beleg dafür, dass Italien nicht davor zurückschreckt, sich ins eigene Bein zu schiessen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Steuerfahnder-stuermten-Nobelskiort-Cortina-/story/23991872

 

Auch der Link von Urs zeigt die Meinung, dass sie reagieren werden aber sie müssen zuerst die negativen Auswirkungen auf den Tourismus spüren. An Cortina wird das sicher nicht spurlos vorbeiziehen und der eine oder andere wird seine Uhr in St.Moritz kaufen. Er kauft diese Uhr natürlich nieeemals um sein Schwarzgeld zu verstecken:005:

Geschrieben
  Andi_S schrieb:

Ich weiß zwar beim besten Willen nicht, was der Grund für Deine ständigen Angriffe gegen ausgeflaggte Flugzeuge ist aber gerade als Deutscher wäre es besser, hier nicht zu fordern, dass alle Halter ihr Flugzeug im Heimatland zulassen müssen.

 

Lieber Andi,

 

da Du mich direkt ansprichts, antworte ich auch direkt - auch wenn ich das hier für noicht ganz on topic halte. "Gerade als Deutscher" setzt voraus, dass ich davon angetrieben bin, nationalistisch einen Vorteil für Deutschland zu suchen. Ehrlich gesagt: Ob das "Ausflaggen" von Flugzeugen, Schiffen, etc. für die deutsche Wirtschaft in Summe gut, schlecht oder neutral ist, habe ich mir noch nicht überlegt. Aber ich glaube Dir, dass das in Summe für Deutschland negativ sein könnte.

 

Mein Punkt ist grundsätzlicher: Wir haben im EASA-Raum, aber auch in den einzelnen Ländern teilweise unsinnige, absurde, überkomplexe, ... Zulassungs- und Betriebs- und Wartungsbedingungen. Da wir zum Glück Alle in demokratischen Strukturen leben, wäre es das normalste der Welt, daruaf zu reagieren, in dem wir gemeinsam und aktiv an Verbesserungen dieser Bedingungen arbeiten.

Aber was machen wir? Wir flüchten! Wir akzeptieren die schlechten Verhältnisse in unseren Heimatländern, weil sie uns mit N-registrierten Flugzeugen ja nicht mehr betrifft! So werden wir nie etwas ändern.

 

In so fern ärgert es mich, wenn ich wie bei Dir lese, dass Du Deine JAR-Lizenz aufgeben wills und nur noch mit Deiner FAA-Lizenz fliegen. Ich kann das verstehen! Aber es führt halt dazu, dass es wieder einen weniger gibt, der für vernünftige Bedingungen in Europa kämpft - natürlich wirst Du das weiter unterstützen, aber es ist schon etwas anderes, ob man persönlich täglich betroffen ist, oder nicht.

 

Gruss,

Florian

Geschrieben
  Chipart schrieb:

Aber was machen wir? Wir flüchten! Wir akzeptieren die schlechten Verhältnisse in unseren Heimatländern, weil sie uns mit N-registrierten Flugzeugen ja nicht mehr betrifft! So werden wir nie etwas ändern.

 

Sehr pragmatisch.

Wenn du glaubst, als absolute Minderheit ohne Lobby und mit zweifelhaftem Ansehen etwas zu deinen Gunsten ändern zu können... dann viel Spass dabei.

Aber über die zu schimpfen, die das Problem einfach 'umgehen'...

Geschrieben

Hallo Florian!

 

Damit Du dich nicht weiter ärgern mußt (:005:), noch eine kleine Präzisierung zu meinem Gedanken, meine Lizenz auszuflaggen: damit war NICHT gemeint, meine JAR-Lizenz aufzugeben, sondern viel mehr, meine AUT JAR Lizenz in eine UK oderwasauchimmer JAR Lizenz "auszuflaggen", um die absurden Gebühren meiner heimischen Behörde zu umgehen - also: ich bleibe wohl auf absehbare Zeit Inhaber einer JAR als auch einer FAA Lizenz, will aber nimmer das xx-fache dessen zahlennüssen, was andere EU-Piloten zahlen, denn was auch immer in meinem Schein eingetragen wird (auch z.B. SEP Verlängerung), hat eine NEUAUSSTELLUNG des Scheins samt entsprechender Gebühren zur Folge!

 

Ich finde auch das Thema nicht ganz offtopic, da es ja wohl bei dem verkorksten Gesetz genau darum geht: die italienische Behörde versucht erst gar nicht, das Grundproblem des Ausflaggens italienischer Kleinflieger anzugehen sondern schließt gleich mal die ganze Welt nach 48 stündigem Aufenthalt mit ein!

Im Übrigen hat meine N-Reg einen ganz einfachen Hintergrund: Innerhalb von DREI WOCHEN mit mehreren Anrufen pro Tag bei der Austro Control war es mir unmöglich einen zuständigen Herrn zu erreichen, der mir Auskunft hätte geben können, wie aus meiner N-Reg eine OE wird. Es interessierte ganz simpel keine S**. Die FAA Lizenz hatte ich in 14 Tagen inkl. einwöchigem Urlaub in NY City - also schneller als EINE Auskunft bei der ACG. Ebenso der Versuch einer Nachfrage über den LVL4 Eintrag: 14 Tage niemanden erreicht, der zuständig ist, dann endlich jemanden am Rohr, der aber null Ahnung hatte und bei der Frage nach dem Grund der unterschiedlichen Gebühren zwischen AUT und GER: ist halt so! Meine bisherige Erfahrung mit unserer Behörde: gute, kompetente und wirklich hilfsbereite und kundenorientierte ATC aber der Rest ist getrost zum Vergessen!

Und wenn du glaubst, Unterstützung bei Fliegerkollegen zu finden, ist das auch zum Vergessen! Das ist frei nach dem Motto: was juckt mich Dein Problem! Und versuch mal Nichtfliegern zu erklären, was Du für ein Problem hast! Dann erntest Du garantiert Unverständnis und eine Diskussion über Gefahr und Geldvernichterei der "Umweltsünde Hobbyfliegerei". Und genau das wird auch das Hauptproblem werden, wenn es darum geht, das italienische Gesetz zu ändern: in der Bevölkerung hast Du keine Hilfe zu erwarten, die zuständige Behörde wird´s nicht interessieren, die Anzahl der betroffenen Piloten ist zu klein und Unterstützung können sie allenfalls von ausländischen Italienfliegern erhoffen. Und genau deshalb ist hier eine Unterstützung aller Piloten so wichtig. Auch wenn man nicht direkt betroffen ist.

 

Und mal ganz ehrlich: die Fliegerei innerhalb der EU ist nun mal leider nationalistisch organisiert denn sonst wäre es wohl kaum erklärbar, warum es selbst jetzt bei den neuen EASA Lizenzen so viele nationale Extrawürschtel geben wird inkl. dem Umstand, dass weiterhin die Gebührenordnung Ländersache bleiben wird! Also wieder mal nix mit einer echten, gemeinsamen, europäischen Luftfahrt.

 

Alles in allem aber bleibt das Grundübel erhalten: so lange noch ein "verdammter Kleinflieger" oder "riesiger Lärmbomber" am Himmel sein wird, wird dagegen gekämpft werden! Und das nicht nur von den "Nichtfliegern" sondern paradoxerweise auch von den zuständigen Behörden und jenen Piloten, die das spezifische Problem nicht haben! So lange nicht alle Piloten aller Klassen, Ratings, etc. egal ob JAR, FAA oder was auch immer samt ihren Vertretern an einem Strang ziehen, werden wir noch viele Hürden wie die der österreichischen Passagierabgabe, der deutschen ZüP, der italienischen Luxussteuer oder was da noch kommen mag zu meistern haben und wahrscheinlich zum Großteil diese Kämpfe auch verlieren denn das demokratische System basiert auf dem Mehrheitsprinzip und da bist du als Aviatiker von vornherein in der Minderheitengruppe.

 

Ich hoffe inständig, dass sich möglichst viele Leute wegen dieser "Luxussteuer" in Italien bei den zuständigen Behörden beschweren werden, um solche oder ähnliche Schwachsinnigkeiten in Zukunft auch in anderen Ländern / Bereichen zu verhindern oder zumindest wesentlich zu erschweren.

Ich habe allerdings so gut wie keine Hoffnung, dass sich alle Aviatiker des EU-Raumes soweit "verbünden" werden, dass wir eine echte Lobby haben. Das funktioniert ja nichtmal am Heimatplatz (wo "die ULer" gegen "die Avgasler", die "Charterer" gegen "die Besitzer",... arbeiten), wie soll es also dann gar Länderübergreifend funktionieren. Ich hoffe sehr, dass ich mich irre, glaube es aber nicht.

Geschrieben

Hoi

Hier fliegen ja die Fetzen :) Besser als bei meiner Freundin :)

 

Nöd schlächt

 

Nur das Thema ist leider geeignet, sich auseinander zu dividieren....und wir brauchen einander (hat doch gegen Österreich kürzlich supi funktioniert)

 

Btw: die Dütschen hinterlassen in der Tat ein fettes Plus in den Sozialkassen....lässt sich aber nicht in der Blick/20min nachlesen.

 

"Glaube nicht, was du von dritten gehört hast" (Dalai Lama)

 

Man muss sie halt im Alltag zurechtkneten. Bei mir im Job in Züri sind sie die Spassbringer, die keiner missen will. Die sind viel fröhlicher als wir.

 

Gruess

konrad

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