Heinz Richner Geschrieben 10. Juli 2004 Teilen Geschrieben 10. Juli 2004 Hallo ich war heute bei Benno in der Heliklinik in Grenchen zu Besuch. Da gings gerade zum Standlauf, um die 'Laufruhe' (keine Ahnung wie man das Fachdeutsch nennt) der Rotorblätter einzumessen und danach einzustellen. Es ist in etwa dieselbe Arbeit wie beim Auto der Reifen ausgewuchtet wird. Nach mehrmaligen Abheben vom Boden und wieder Nacheinstellen konnten die Vibrationen nicht entgültig beseitigt werden. Benno kam die Vermutung auf, dass die Dämpfer der Rotorblätter eventuell bereits ersetzt werden müssten. Nach einem Blick ins Laufzeitbuch, bestätigte sich diese anstehende 'Reparatur'. Er meinte, dass die Materialkosten für diese drei Dämpfer in etwa CHF 20'000.-- kosten würden. Da hat es mich fast vom Hocker gerissen. Klar, ich muss es nicht bezahlen, aber trotzdem. Weshalb ist in der Fliegerei jedes Bauteil immer so schweinisch teuer? Wer verdient sich da duslig? Den Flieger-Ersatzteilbuden muss es ja glänzend laufen. :eek: Heinz :001: Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Philip Geschrieben 10. Juli 2004 Teilen Geschrieben 10. Juli 2004 Nein Heinz, das hat schon seine Richtigkeit: Die Dinger sind vergoldet und mit aufwendigen Ornamenten verziert - auf Wunsch auch mit hochkarätigen Diamanten bestückt. :D Aber im Ernst: Sind denn die Entwicklungs- und Zertifizierungskosten für solche Verbrauchsteile wirklich dermassen teuer? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, gemessen an der Quantität der Verkäufe von solchen Teilen. Philip Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Heinz Richner Geschrieben 11. Juli 2004 Autor Teilen Geschrieben 11. Juli 2004 Hoi Philip Zertifizierungskosten für solche Verbrauchsteile wirklich dermassen teuer eben, ich dachte mir, einmal zertifiziert, für immer und alle zertifiziert. Aber anscheinend wollen sich alle beim Nachzertifizieren nochmals kräftig bereichern? Dasselbe bei meiner Avionik: die ganze Garmin-Avionik ist zertifiziert. Nicht aber für meine P28R, da brauchts 'fliegerbezogen' nochmals eine Zertifizierung für die zertifizierten Geräte. Schwachsinn, nicht wahr. Gruss Heinz, mit zertifizierter Kaffeetasse. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
kettlermartin Geschrieben 11. Juli 2004 Teilen Geschrieben 11. Juli 2004 Hallo! Ja Heinz,Du hast das richtige Wort getroffen....Schwachsinn!! Ich habe die Preispolitik,gerade in der Hubifliegerei,noch nie begriffen,alle Erklärungsversuche verlaufen bei mir in eben dieses Wort aus. Manchmal bin ich doch froh nur zu chartern und nicht zu besitzen. Gruss Martin Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Thomas-So Geschrieben 11. Juli 2004 Teilen Geschrieben 11. Juli 2004 Ja Heinz, die einen müssen etwas sehr teures ersetzten, es dient ja der Lufttüchtigkeit und Sicherheit und andere wiederum geben noch mehr Geld aus.......................... ;) Und……… Es dient weder der Sicherheit (im Gegenteil) noch trägt es irgend etwas zur Lufttüchtigkeit bei. So hat jeder sein Ding oder? :cool: Gruss Thomas Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
DNovet Geschrieben 11. Juli 2004 Teilen Geschrieben 11. Juli 2004 Läuft doch genau gleich ab wie beim 15min langen Papierkrieg welcher für ein 5min langen Navlightwechsel benötigt wird... :001: Oder Beispiel Wing-Nav-Light eines Jumbolino: Muss eine Super-Spezial Birne sein, die man dann "High-Intensity" nennt aber locker von einem Auto-Standlicht übertroffen wird. So ein Lämpchen kostet zwar im Masseneinkauf locker um die zwanzig Mücken, und ist natürlich auf alle möglichen und unmöglichen Arten zertifiziert, die statistische Lebensdauer beträgt aber lediglich 40h (!!!)... Also meine Standlichter beim Auto kosten im Einzelhandel genau viel, hielten aber zwei Jahre durch, obwohl ich immer nur mit Licht fahre... Dieser Overkill würde sich relativ einfach beseitigen lassen, wenn man nur noch Leute in den Kreis einschliessen würde, die draus kommen, dann bräuchts keine 100.- teuren Stempel mehr, die einem zwar die Originalität beweisen aber trotzdem fälschbar sind... Gruss vom Dani, der sich gewohnt ist, dass auf dem Papier alles Suupa-duupa-truupa-genial mächtig durchdacht ist, A-, B- und C-Waffen-sicher ist, dass man da dran auch noch eine Seilwinde montieren kann, oder mit wenigen Griffen in ein Gewehrrechen umwandelbar ist, und es prinzipiell immer auch noch Orangensaft, optionell sogar Tomatensaft machen kann, und dafür der Preis auch entsprechend all den zwangsbeinhalteten Optionen hoch ist, aber in der Praxis die ganze Sache schon beim ansehen auseinanderfällt... :001: Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
Jonimus Geschrieben 11. Juli 2004 Teilen Geschrieben 11. Juli 2004 Da gibt es wohl etwa folgende Gründe, geordnet (frei nach meinem Gusto) nach Beitrag zu den hohen Kosten: 1. Es ist ein kontrollierter Markt, ohne Konkurrenz und Alternativen. Da sind logischerweise auch die Gewinnmargen konkurrenzlos (ein früherer Freund von mir hatte eine kleine Oberflächenbeschichtungsfirma und wollte unbedingt ins Aviation-Business einsteigen, weil er da für dieselbe Arbeit x-mal mehr verlangen konnte). Bei Helis kommt ein gewisser Exklusivitätsfaktor dazu. 2. Die Herstellung ist durch zusätzliche Kontrollen (röntgen, fluxen, Ultraschall, etc.) der Einzelteile verteuert. 3. Die Materialherkunft muss (sollte!) lückenlos zurückverfolgt und kontrolliert werden können (ich erinnere an die mysteriösen Kurbenwellenbrüche bei Continental vor ein paar Jahren, welche auf eine nur ganz leicht veränderte Stahllegierung zurüchzuführen waren). 4. Die Stückzahlen sind klein, d.h. kostensenkende Automatisierung lohnt sich nicht. Heinz Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen Mehr Optionen zum Teilen...
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