Himmelsstürmer Geschrieben 22. März Geschrieben 22. März Gestern Nachmittag ist am Flugplatz Bonn-Hangelar eine Beechcraft nach dem Start abgestürzt und hat Feuer gefangen. Der Pilot, ein 51-jähriger Kölner, ist dabei ums Leben gekommen. Seine 6 jährige Tochter konnte schwerverletzt das Luftfahrzeug verlassen. Ein sehr trauriger Vorfall. https://asn.flightsafety.org/wikibase/487713 https://www.rundschau-online.de/region/rhein-sieg/sankt-augustin/sankt-augustin-flugzeug-stuerzt-ab-und-geht-in-flammen-auf-990090 Zitieren
FalconJockey Geschrieben 22. März Geschrieben 22. März War ein langjähriger Freund von mir, ein blitzgescheiter Mensch, eine Koryphäe in seinem Fachgebiet, der sich vor ein paar Jahren sein Traumflugzeug zugelegt hat. Offensichtlich hat er seine Tochter gewissenhaft unterwiesen, wie man die Tür(en) der Bonanza entriegelt und dann öffnet, das hat ihr das Leben gerettet! Darum, Leute, bei jedem Flug die Mitflieger (und sich selbst) bzgl. Evakuierung briefen, es kann Leben retten. Drill, drill, drill. Ich bin zutiefst betroffen und schockiert, kann nicht fassen, dass das gerade ihm passiert. 1 6 Zitieren
spornrad Geschrieben Samstag um 12:13 Geschrieben Samstag um 12:13 (bearbeitet) Tut mir leid, Andreas, mein Beileid. Hoffentlich erholt sich die kleine Tochter wenigstens gut. Gruss Albrecht Gegen 15:20 UTC gab es wohl böigen Wind, sonst CAVOK: EDDK Köln/Bonn METAR EDDK 211720Z AUTO 11007KT 050V150 CAVOK 20/03 Q1010 NOSIG= METAR EDDK 211650Z AUTO 12009KT 070V160 CAVOK 20/03 Q1010 NOSIG= METAR EDDK 211620Z AUTO 12012KT 080V160 CAVOK 21/03 Q1011 TEMPO 14015G25KT= METAR EDDK 211550Z AUTO 12011KT 080V170 CAVOK 22/03 Q1011 TEMPO 14015G25KT= METAR EDDK 211520Z AUTO 12016KT CAVOK 22/02 Q1011 TEMPO 14015G25KT= METAR EDDK 211450Z AUTO 14014KT 110V170 CAVOK 22/02 Q1011 TEMPO 14015G25KT= Bearbeitet Samstag um 12:23 von spornrad Zitieren
Gulfstream Geschrieben Samstag um 15:14 Geschrieben Samstag um 15:14 vor 4 Stunden schrieb FalconJockey: War ein langjähriger Freund von mir, ein blitzgescheiter Mensch, eine Koryphäe in seinem Fachgebiet, der sich vor ein paar Jahren sein Traumflugzeug zugelegt hat. Offensichtlich hat er seine Tochter gewissenhaft unterwiesen, wie man die Tür(en) der Bonanza entriegelt und dann öffnet, das hat ihr das Leben gerettet! Darum, Leute, bei jedem Flug die Mitflieger (und sich selbst) bzgl. Evakuierung briefen, es kann Leben retten. Drill, drill, drill. Ich bin zutiefst betroffen und schockiert, kann nicht fassen, dass das gerade ihm passiert. Mein Beileid Andreas. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Samstag um 18:16 Geschrieben Samstag um 18:16 (bearbeitet) Danke, Leute. Habe heute telefoniert und ein paar weitere Infos erhalten. Angeblich war der Pilot nach dem Bodenkontakt anfangs noch bei Bewusstsein und hat seine Tochter rausgeschoben, während eine Augenzeugin zur Hilfe eilte und die Tochter herauszog. Auch sie hat Verletzungen erlitten und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Ich wünsche schnelle und vollständige Genesung. Das Flugzeug kam nach dem Start auf Bahn 11 noch vor der quer verlaufenden elektrifizierten Bahntrasse zum liegen. Ich befürchte, dass der Pilot versucht hat, über die Stromleitungen der Bahntrasse zu kommen, um dann auf dem östlich davon gelegenen Acker zu landen. Die Bonnie kippt offenbar ohne Vorwarnung ab und brauchte eine recht hohe Geschwindigkeit, um dem kritischen Angle of Attack fernzubleiben. Hier gibt es ein Foto, auf dem die Beschädigung des Hecks gut zu sehen ist: Artikel Bearbeitet Mittwoch um 14:31 von FalconJockey Korrektur Informationen Zitieren
tortsen Geschrieben Sonntag um 07:28 Geschrieben Sonntag um 07:28 Hier ist ein längeres Video : https://www.youtube.com/watch?v=t7oLqFZNs94 1 Zitieren
HuPa Geschrieben Sonntag um 07:51 Geschrieben Sonntag um 07:51 vor 20 Stunden schrieb FalconJockey: War ein langjähriger Freund von mir, ein blitzgescheiter Mensch, eine Koryphäe in seinem Fachgebiet, der sich vor ein paar Jahren sein Traumflugzeug zugelegt hat. Offensichtlich hat er seine Tochter gewissenhaft unterwiesen, wie man die Tür(en) der Bonanza entriegelt und dann öffnet, das hat ihr das Leben gerettet! Darum, Leute, bei jedem Flug die Mitflieger (und sich selbst) bzgl. Evakuierung briefen, es kann Leben retten. Drill, drill, drill. Ich bin zutiefst betroffen und schockiert, kann nicht fassen, dass das gerade ihm passiert. Mein Beileid zum Verlust Deines Freundes. Zum Thema "Briefing" und "Drill, drill, drill" bin ich voll bei Dir. LG Patrick 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Sonntag um 13:25 Geschrieben Sonntag um 13:25 vor 5 Stunden schrieb tortsen: Hier ist ein längeres Video : https://www.youtube.com/watch?v=t7oLqFZNs94 Danke für das Video, sehr aufschlussreich. Zitieren
Niko Geschrieben Montag um 07:11 Geschrieben Montag um 07:11 Lieber Andreas, mein herzlichen Beileid. Die Tragödie erreichte wohl noch ein weiteres Level. So flog dein Freund wohl gelegentlich auf dem CHR Rheinland als NA. Genau der RTH, welcher ebenfalls unteranderem dort im Einsatz war. 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Montag um 10:14 Geschrieben Montag um 10:14 Ja, genau. Er war ein Tausendsassa, hat so viele Dinge gut gemacht. Dieses Mal hat er vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen oder falsch reagiert - mal sehen was der Zwischenbericht (Bulletin) des BFU ergibt - die haben allerdings seit Juli 2024 keinen mehr veröffentlicht! Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben Montag um 14:04 Geschrieben Montag um 14:04 Auch von meiner Seite herzliches Beileid Andreas. Solche Unfälle lassen mich immer wieder die Sinnfrage stellen.... absoluter Horror. 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Montag um 20:12 Geschrieben Montag um 20:12 Die Sinnfrage sollte man sich nicht stellen. So gut wie nichts im Leben ergibt einen Sinn, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Die Fliegerei ist immer noch äusserst sicher und wir als PICs halten die Verantwortung dafür sprichwörtlich in den Händen. Fällt der Motor aus: Nase runterdrücken, sofort, keine Verzögerung. Man hat dafür während des Startvorgangs in der Regel nur 2 bis 3 Sekunden Zeit, ansonsten erreicht man schnell den kritischen AOA. Wenn man das nicht richtig konditioniert, als tatsächlich übt, kann man unter Umständen falsch oder zu spät reagieren und so niedrig über dem Boden hat man keinen Raum, um zu korrigieren. Genau da greift das AQP - Advanced Qualification Program - ein, weil man damit solche Szenarien nicht nur theoretisch bespricht, sondern dann tatsächlich übt. Habe ich auch schon mit Prüfer gemacht: Direkt nach dem Abheben Gashebel auf Leerlauf: Flügel geradehalten, Pitch kontrollieren, aufsetzen. 1 1 Zitieren
Himmelsstürmer Geschrieben Montag um 20:34 Autor Geschrieben Montag um 20:34 vor 16 Minuten schrieb FalconJockey: Man hat dafür während des Startvorgangs in der Regel nur 2 bis 3 Sekunden Zeit, ansonsten erreicht man schnell den kritischen AOA. Wenn man das nicht richtig konditioniert, als tatsächlich übt, kann man unter Umständen falsch oder zu spät reagieren und so niedrig über dem Boden hat man keinen Raum, um zu korrigieren. Da haben die Segelflieger den Motorpiloten sicherlich was voraus: bei Seilriss im max. Steigpunkt sind 2 Sek schon zu lange! Bei meiner PPL-Ausbildung seinerzeit in Molls wurde der "Motorausfall" während der gesamten Ausbildungszeit immer wieder "eingestreut". Am Anfang noch mit Ankündigung, später auch mal überraschend 5 sek nach dem Abheben. Als Freizeitpilot kann man sowas nur noch während dem Überprüfungsflug "üben" - wenn überhaupt... 2 Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben Dienstag um 13:40 Geschrieben Dienstag um 13:40 vor 17 Stunden schrieb FalconJockey: Die Sinnfrage sollte man sich nicht stellen. Ehrlich gesagt denke ich, es hat mit Verantwortung gegenüber den Nächsten und mit Risiko Management zu tun. Und ja, dann stelle ich mir die Sinnfrage doch. Als normaler PPL Pilot, die gerade mal mit Mühe die verlangten Stunden hinkriegen, IST das Risiko deutlich über dem Alltagsrauschen. Genau wie bei Motorrädern oder ähnlichen "Mittel hohen Risiken" im Vergleich zu täglichen Beschäftigungen. Alles was man nicht jeden Tag oder zumindest sehr regelmässig macht, ist ein erhöhtes Risiko auf Grund der Currency. Dazu kommen verschiedene Faktoren, die das Fliegen von Erdgebundenen Aktivitäten unterscheiden. In wie weit man nun dieses Risiko akzeptieren will ist wohl eine Frage der persönlichen Einschätzung. Ebeno wie man es auf Leute, die es nicht genügend erkennen oder die in einem Vertrauensverhältnis stehen ausdehnen will. Ebenso wie man die persönliche Verantwortung sieht. Meine persönliche Risikoaversion ist jedenfalls mit zunehmendem Alter und zunehmender Erfahrung massiv gestiegen. Und wie Du ja oft selber sagst, Fliegen ist eine Sache für Profis? 4 1 Zitieren
teetwoten Geschrieben Dienstag um 15:53 Geschrieben Dienstag um 15:53 Am 23.3.2025 um 08:28 schrieb tortsen: Hier ist ein längeres Video : https://www.youtube.com/watch?v=t7oLqFZNs94 Ich finde dieses Video nicht sehr erbauend. Es tut weh zusehen zu müssen, wie ein einst sorgfältig gebautes Flugzeug einfach so zerstückelt wird, wenngleich das natürlich die Aufgabe der Bergungsmannschaft ist. Der Sinn dieses Forums ist doch viel eher die Unfallursachen zu besprechen und Massnahmen zu derer Vermeidung abzuleiten. Das einzig aufschlussreiche, was ich dem Video entnehmen kann, ist das Aufzeigen der erschreckenden Nähe zum Flugplatz. Wenn ein Motor so kurz nach dem Abheben Probleme macht, so lag es oft an der Treibstoffversorgung. Auf den Unfallgrund bin ich sehr gespannt, da ich regelmässig mit einem ähnlichen Motor (Continental big bore) im einmotorigen Flugzeug starte mit bis zu 5 Paxen. Stefan 1 Zitieren
cosy Geschrieben Dienstag um 18:41 Geschrieben Dienstag um 18:41 vor 22 Stunden schrieb Himmelsstürmer: Als Freizeitpilot kann man sowas nur noch während dem Überprüfungsflug "üben" - wenn überhaupt... Nein. Niemand hindert Dich daran, einen FI mitzunehmen, und dann unangemeldete Situationen zu simulieren, die den Puls in sportliche Höhe treiben. Vereinsausflug vielleicht? aber immer mit safety-margin, natürlich! Meine Seilrissübungen habe ich in bester Erinnerung, obwohl das uuuu lange her ist (hatte die Segelfliegerausbildung mit 16-17 gemacht). Die Reaktion musste im absoluten Reflex sitzen, sonst lassen die Dich nicht (mehr) an die Winde. Cosy Zitieren
Romeo_Sierra Geschrieben Dienstag um 19:24 Geschrieben Dienstag um 19:24 vor 39 Minuten schrieb cosy: Meine Seilrissübungen habe ich in bester Erinnerung, obwohl das uuuu lange her ist (hatte die Segelfliegerausbildung mit 16-17 gemacht). Die Reaktion musste im absoluten Reflex sitzen, sonst lassen die Dich nicht (mehr) an die Winde. Cosy Ja, ich glaube dieser Reflex, dass man den Steuerknüppel voll nach vorne stösst, und zwar nicht mit "Gefühl", bleibt dann drin. Genau so das Wissen, weshalb man im Winter während der Wartung den Flieger so peniebel mit dem Staubsauger von Dreck, Gras etc. befreit und während der Flugsaison versucht, nicht unnötig Dreck in den Flieger zu schleppen. Ralf Zitieren
FalconJockey Geschrieben Dienstag um 20:30 Geschrieben Dienstag um 20:30 Hallo Urs, vor 6 Stunden schrieb Urs Wildermuth: Meine persönliche Risikoaversion ist jedenfalls mit zunehmendem Alter und zunehmender Erfahrung massiv gestiegen. Und wie Du ja oft selber sagst, Fliegen ist eine Sache für Profis? das geht mir auch so. Darum starte und lande ich ohne vorherige Übung nicht mehr auf kurzen Pisten! Wenn ich dann wieder 20 Starts und Landungen innerhalb weniger Tage oder Wochen gemacht hätte, würde ich mich wieder auf kritischere Bahnen begeben. Diesen Teil des Risikos kann man selbst bestimmen. Das Risiko in Bonn ist ein wenig höher, weil gerade in Startrichtung 11 nicht viele Optionen für eine Aussenlandung bestehen, aber deswegen gar nicht fliegen? Oder einfach seine persönlichen Handlungsweisen im Falle des Falles anpassen und akzeptieren, dass man zwischen zwei Häuser durch (crash-)landen muss? Was ich nie geschrieben habe ist, dass "Fliegen eine Sache für Profis sei". Nein. Ich beharre nur darauf, dass es deutlich sicherer ist, mit einem zweiten Piloten unterwegs zu sein, der einen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Dummheiten abhalten kann, die alleine und ohne Einspruch vom Nebensitz in die Hose gegangen wären. Dass man auf PPL-Level und mit entsprechenden SEPs nicht dauernd mit einem zweiten Piloten unterwegs sein kann und will, ist verständlich. Wenn aber der Unternehmer mit 20 Flugstunden im Jahr völlig gestresst aus dem Büro kommt und dann noch seine Malibu Mirage zum nächsten Meeting fliegt und sich dabei auf die Nase legt, dann ist das meiner Meinung nach absolut vorhersehbar und zeigt, dass jemand den Schuss nicht gehört hat. 3 2 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Dienstag um 21:17 Geschrieben Dienstag um 21:17 Ein Freund von mir ist heute nach Bonn-Hangelar zum Platz gefahren und ich habe ihn begleitet. Wir haben mit ein paar Leuten am Flugplatz gesprochen und einige weitere Informationen gewonnen, um diese Tragödie zu verstehen und zu verarbeiten. Ausserdem haben wir natürlich den Unfallort besucht, begutachtet und Blumen abgelegt. Was bisher festzustehen scheint ist: es gab keine Radiomeldung über Motorprobleme - dafür war einfach keine Zeit fachkundige Zeugen am Boden beobachteten und hörten Motoraussetzer und schwarzen Rauch, auf geschätzten 30 Meter Höhe über der Bahn das Flugzeug kippte über die linke Fläche ab blieb auf dem Acker zwischen Flugplatzzaun und Bahnschienen liegen die Tochter sass offenbar nicht auf dem Copilotensitz, sondern im Passagierraum, mit dem Rücken zur Flugrichtung und wurde deswegen nicht eingeklemmt, war noch in der Lage sich zu befreien. Erlitt aber erhebliche Verbrennungen Ich habe ein paar Fotos gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will: Panoramaaufnahme auf dem Acker zwischen Flugplatzzaun und Bahnlinie. Der Flugplatz liegt in meinem Rücken Die Weitwinkelaufnahme im Panorama täuscht: Der Abstand zu den Schienen inklusive Oberleitung und dann Häuser ist nicht sehr groß. Hier waren die Karten gelegt. Perspektive vom vorherigen Foto 90 Grad nach links gedreht. Dort gibt es Wiesen, die parallel zur Bahnlinie verlaufen. Vielleicht wollte er dorthin drehen und hat den kritischen AOA überschritten? Blick zurück in Richtung Flugplatz. Hinter diesen Hecken liegt direkt der Flugplatz und das Bahnende. Das sind auch nur wenige Hundert Meter 10 Zitieren
simones Geschrieben Mittwoch um 07:02 Geschrieben Mittwoch um 07:02 Lieber Andreas. Die Blumen an der Unfallstelle empfinde ich als eindrücklicher Beweiss für deine / eure Empathie. Ich wünschte mir, es gäbe mehr Menschen dieser Sorte. Micha 4 Zitieren
Michi Moos Geschrieben Mittwoch um 10:18 Geschrieben Mittwoch um 10:18 Auch von meiner Seite herzlichstes Beileid Andreas! Wir haben auf unserer Homebase Birrfeld auch das Problem mit einer ziemlich miesen Notlande-Chance auf eine Seite. Wurde hier im Forum ja auch schon besprochen. Am 24.3.2025 um 21:34 schrieb Himmelsstürmer: Da haben die Segelflieger den Motorpiloten sicherlich was voraus: bei Seilriss im max. Steigpunkt sind 2 Sek schon zu lange! Ich glaub auch weiterhin, dass sich das nicht direkt vergleichen lässt. Bei einem Seilriss an der Winde gibt es genau null Zweifel, was gerade passiert ist und welche Aktionen folgen müssen. Im Falle eines (Teil-)Ausfalls des Motors sieht das doch massiv anders aus. Speziell ein Teilausfall, dort innert Sekunden zu reagieren, das zu evaluieren, ggf. akzeptieren, dass es nicht reicht, Throttle zu und auf die Häuser / Leitungen zuhalten, das traue ich mir nicht innert 2 Sekunden zu. Wie trainiert ihr alle das auf SEP möglichst realistisch, ohne grössere Risiken einzugehen? 2 2 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 11:46 Geschrieben Mittwoch um 11:46 Am 26.3.2025 um 08:02 schrieb simones: Lieber Andreas. Die Blumen an der Unfallstelle empfinde ich als eindrücklicher Beweiss für deine / eure Empathie. Ich wünschte mir, es gäbe mehr Menschen dieser Sorte. Danke! Um transparent zu sein: Die Blumen und die Gedenkkerze hat der Freund von mir in seinem Namen und "im Auftrag" weiterer Freunde/Familie organisiert. Entlang des Feldes lagen bei unserer Ankunft noch zwei weitere Gestecke und eine Kerze. Ich muss zugeben, dass die Fahrt nach Bonn und Köln (zum Krankenhaus, in dem das Mädchen liegt) bei uns schon ein mulmiges Gefühl erzeugt hat, aber am Ende waren wir froh, dass wir die Sache vor Ort gesehen, gerochen und gefühlt haben. Das hilft bei der Aufarbeitung der Sache - ich kann das jedem Betroffenen nur empfehlen, stellt euch diesen Tatsachen, das braucht das Gehirn, auch wenn es in dem Moment schwer ist. 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 11:49 Geschrieben Mittwoch um 11:49 vor einer Stunde schrieb Michi Moos: Wir haben auf unserer Homebase Birrfeld auch das Problem mit einer ziemlich miesen Notlande-Chance auf eine Seite. Das ist an meinem Heimatplatz Speyer EDRY auch nicht viel anders! Auf der 34 kommt gleich nach dem Zaun das Technikmuseum, dann die Bundesstrasse auf einer Erhöhung (Zufahrt zur Rheinbrücke), dann schon die Stadt. Wenn man nicht hoch genug ist, bleibt einem wohl nur eine Notwasserung auf dem Fluss. Das ist nicht lustig. Nach Süden, auf Startbahn 16, kommen hohe Pappeln, dann der Rhein. Nach links befindet sich eine Raffinerie und eine Fabrik. Nach rechts gibt es ein paar Möglichkeiten, aber nicht wenn man zu tief ist. Da ginge es dann im Worst Case Szenario wohl in die Bäume rein. Auch nicht sehr erbaulich. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 13:14 Geschrieben Mittwoch um 13:14 Ich habe mir die Sache nun einmal in GoogleMaps angeschaut und die Distanz ausgemessen. Zwischen Schwelle und Unfallort liegen ziemlich genau 400 Meter. Vom Unfallort bis zur Bahntrasse mit Oberleitung sind es etwas über 80 Meter. Das ist ziemlich wenig Spielraum, wenn man mit angenommenen 75 Knoten unterwegs ist: 38 Meter pro Sekunde! Ich habe mir dann ein POH dieses Flugzeugtyps heruntergeladen und die Performance berechnet. Wetter rund um den Zeitpunkt des Unfalls (ca. 1525z): METAR EDDK 211520Z AUTO 12016KT CAVOK 22/02 Q1011 TEMPO 14015G25KT= METAR EDDK 211550Z AUTO 12011KT 080V170 CAVOK 22/03 Q1011 TEMPO 14015G25KT= Fast Standarddruck, guter Gegenwind beim Start auf Piste 11. Also kein negativer Einfluss auf die Performance. Ich habe für den Start mit vollen (großen) Tanks ein ungefähres Gewicht von 3200lbs berechnet. Takeoff Distance bis zum obligatorischen 50ft Hindernis sind unter 1000ft. Das kommt mir sehr wenig vor, habe ich mich verrechnet/falsch im Graph eingezeichnet? Die Stall Speed in KCAS für dieses Gewicht beträgt 63 bzw 68 Knoten. Berechnet man es für KIAS kommt man auf 59 bzw. 64 Knoten. Also nicht weit weg von der Liftoff Speed von 67 Knoten und der 50ft Speed von 75 Knoten. Ich habe mir die Sache mal im MSFS2020 angeschaut, Blick nach Norden kurz vor der Unfallstelle. Ich befürchte, dass unser Freund nach Norden oder sogar nach Nordwesten drehen wollte, um auf den Wiesen dort notzulanden. Dabei hat er bei der Einleitung der Kurve vielleicht zu stark gezogen und den kritischen AOA der linken Flächer erreicht bzw. überschritten. An alle Piloten hier: Food for thought! Don't do it! Zitieren
Maxrpm Geschrieben Mittwoch um 14:32 Geschrieben Mittwoch um 14:32 4 hours ago, Michi Moos said: Ich glaub auch weiterhin, dass sich das nicht direkt vergleichen lässt. Bei einem Seilriss an der Winde gibt es genau null Zweifel, was gerade passiert ist und welche Aktionen folgen müssen. Im Falle eines (Teil-)Ausfalls des Motors sieht das doch massiv anders aus. Speziell ein Teilausfall, dort innert Sekunden zu reagieren, das zu evaluieren, ggf. akzeptieren, dass es nicht reicht, Throttle zu und auf die Häuser / Leitungen zuhalten, das traue ich mir nicht innert 2 Sekunden zu. Wie trainiert ihr alle das auf SEP möglichst realistisch, ohne grössere Risiken einzugehen? Stimme dem zu. In 30 jahren etwa 1000 Seilrissübungen an der Winde geflogen. In keinem ! Fall hat das Nachdrücken nicht funktioniert. Ganz anders sieht das mit der Landeeinteilung aus niedriger Höhe nach dem Seilriss aus. Wolfgang Zitieren
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