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23.12.2024| HB-JCD | SWISS | LX1885 | BC3 | Nahe Graz | Rauch, Notlandung in Graz


Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Gestern auf der Titelseite der österreichischen Tageszeitung "Kurier":

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Zitat

Man sollte jedenfalls meinen, die Smokehoods wären das wichtigste Beweismittel. Doch die Masken werden von einem Ermittler des Verkehrsministeriums in einen Sack geworfen und einem Flughafenmitarbeiter übergeben. Dieser wiederum bringt den Sack durch die Sicherheitsschleusen sowie den videoüberwachten Bereich und stellt ihn unbewacht auf den Parkplatz neben das Auto des Beamten.

...

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB), wo laut Rechnungshof mitunter Beweise verschwinden, sorgt auch diesmal wieder für Kopfschütteln unter Experten. So ist unklar, wann die Untersuchung eigentlich begonnen hat und ob die Smokehoods überhaupt legal beschlagnahmt worden sind.

...

„Die Staatsanwaltschaft Graz hat vorläufig von der Sicherstellung des bei der SUB ver-wahrten Portable Breathing Equipment abgesehen“, wird im Verkehrsministerium betont, „in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wird das PBE zunächst zeitnah in Anwesenheit des Gerichtssachverständigen und des zuständigen Ermittlungsbeamten des LKA Steiermark einer visuellen Sichtprüfung unterzogen.“Als Grund für den ungewöhnlichen Masken-Transport wird die „hohe Arbeitslast für den Untersuchungsleiter vor Ort“ genannt.

 

Lg,

 

 

 

Geschrieben

Wow. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Wenn das ist was sie nach Recherchen ausbringen, dann würde ich dem Kurier sogar Open AI empfehlen.

 

Fred 

Geschrieben

Danke für die Hintergründe! Ich lese den Kurier eigentlich gar nicht, aber bei der Headline auf dem Titelblatt im Zeitschriftengeschäft konnte ich nicht anders, als direkt Seite 17 aufzuschlagen 😄

 

Ist online - wie bei vielen Tageszeitungen mittlerweile - ein sogenannter Premium-Artikel. Ein Schelm wer Böses denkt.

Geschrieben

Schon alleine die Aussagen zum PBE unter „Fakten“ im Artikel sind falsch. Die haben das System nicht verstanden.🤔

 

Gruß Alex

Geschrieben
vor 38 Minuten schrieb tamiko:

Danke für die Hintergründe! Ich lese den Kurier eigentlich gar nicht, aber bei der Headline auf dem Titelblatt im Zeitschriftengeschäft konnte ich nicht anders, als direkt Seite 17 aufzuschlagen 😄

 

Ist online - wie bei vielen Tageszeitungen mittlerweile - ein sogenannter Premium-Artikel. Ein Schelm wer Böses denkt.

 

Die Story vom erfundenen Absturz und dem Flugverbot, das es gar nicht gab, war auch ein Bezahlartikel. Eh besser so, dann sehen den Müll weniger Leute. Das Problem ist, dass der Hauptautor zwar augenscheinlich nicht mal "Aviatik" von "Avionik" unterscheiden kann, sich aber als vermeintlicher Luftfahrtkenner darstellt. Danke trotzdem fürs Einstellen, war zumindest sehr erhellend.

Geschrieben (bearbeitet)

Die Teile heissen auch Brandfluchthauben. Mit Sauerstoffgenerator: PROTECTIVE BREATHING EQUIPMENT (PBE) - Essex Industries

 

Mit der Erfindung ist wohl das Patent hier: G. A. MORGAN, BREATHING DEVICE, APPLICATION FILED SEPT. 21, 1912.  gemeint. Ursprünglich gab es einen Schlauch, der bis zum Boden reichte und dort die weniger kontaminierte Luft ansaugen sollte, wie eine Art umgekehrter Schnorchel.

 

Zitat

The objects of the invention are to provide means whereby a fireman having his head inclosed in a hood with which a hanging air tube communicates will be able to supply himself at will with fresh air from near the floor or other suitable place and at the same time forcibly remove smoke or injurious gases from the air tube.

 

Selbstverständlich sind sie für eine Rauchentwicklung vorgesehen und auch für einen Notabstieg unter 4000 m - das Problem ist nur, kann tatsächlich innerhalb 15 min auch notfallmässig gelandet und evakuiert werden? Bei einem Flug über den Ozean müsste bei z.B. einem Brand an Bord wohl notgewassert werden. 

Bearbeitet von Dierk
Link
Urs Wildermuth
Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Dierk:

das Problem ist nur, kann tatsächlich innerhalb 15 min auch notfallmässig gelandet und evakuiert werden?

 

Wenn da wirklich ein unkontrolliertes Feuer ist, dann hat man gesehen, was passiert. UPS6, SR111, diverse weitere.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Minuten schrieb Dierk:

Selbstverständlich sind sie für eine Rauchentwicklung vorgesehen und auch für einen Notabstieg unter 4000 m - das Problem ist nur, kann tatsächlich innerhalb 15 min auch notfallmässig gelandet und evakuiert werden? Bei einem Flug über den Ozean müsste bei z.B. einem Brand an Bord wohl notgewassert werden. 

 

Daher wird die Brandbekämpfung in der Kabine intensiv geschult und unsere Prozeduren im Cockpit zielen auf das Isolieren eines Rauch auslösenden Systems ab und auf das Durchlüften der Kabine. 

Die Notwasserung aufgrund von unlöschbarem Feuer wäre tatsächlich das letzte Mittel. Aber dafür haben wir ja glücklicherweise wenig Beispiele in den letzten Jahren/Jahrzenten.

 

Gruß Alex

Bearbeitet von Alexh
Geschrieben (bearbeitet)

Sieht man da noch die Instrumente scharf mit der gelben Plastik um den Kopf und dem Rauch im Cockpit?

 

 

Das ist wohl nur die Ausstattung für die Cabin Crew.

Bearbeitet von Dierk
Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Dierk:

Sieht man da noch die Instrumente scharf mit der gelben Plastik um den Kopf und dem Rauch im Cockpit?

 

 

Das ist wohl nur die Ausstattung für die Cabin Crew.

 

Wir haben im Cockpit unsere eigenen Sauerstoffmasken. Die PBE im Cockpit sind nicht dafür vorgesehen von uns im Flug angezogen zu werden.

 

Gruß Alex

Geschrieben
vor 58 Minuten schrieb Dierk:

 Rauchentwicklung vorgesehen und auch für einen Notabstieg unter 4000 m - das Problem ist nur, kann tatsächlich innerhalb 15 min auch notfallmässig gelandet und evakuiert werden? 

Die PBEs sind zum Schutz bei Bekämpfung von Rauch und Feuer gedacht, mit Notabstieg haben die nichts zu tun.

Dafür gibt's in erster Instanz in der Kabine die Masken und dann noch Sauerstoffflaschen.

Wenn ein PBE verbraucht ist soll man sich so weit es geht vom Rauch entfernen und bei Bedarf einen neuen anlegen.

 

Fred 

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Geschrieben

Ich habe da noch eine Frage an die Profis: Was würde geschehen, wenn man, sagen wir bei FL150 ein paar Scheiben in der Kabine einschlagen würde, im etwas zu lüften? Oder sind die Scheiben zu stark? Natürlich würde es dann ein wenig kalt und zügig, aber der Rauch wäre weg. Nur so eine Laien-Idee....

Geschrieben
31 minutes ago, Heiri_M said:

Ich habe da noch eine Frage an die Profis: Was würde geschehen, wenn man, sagen wir bei FL150 ein paar Scheiben in der Kabine einschlagen würde, im etwas zu lüften? Oder sind die Scheiben zu stark? Natürlich würde es dann ein wenig kalt und zügig, aber der Rauch wäre weg. Nur so eine Laien-Idee....

1. Nichts, aber rein gar nicht an Bord eines Airlines bricht durch diese Scheiben.

 

2. Alle Procedures zur Bekämpfung von Smoke in Cabin enthalten am Schluss der Checkliste das Öffnen der Pressure valves und direkt Ram Air Inflow. Das ist so gut wie ein Fenster öffnen.  Aber bis die Smoke Checkliste an diesem Punkt ist vergeht viel Zeit. 

 

Wolfgang 

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Geschrieben
vor 31 Minuten schrieb Maxrpm:

1. Nichts, aber rein gar nicht an Bord eines Airlines bricht durch diese Scheiben.

 

Auch nicht ein Feuerlöscher "mit Anlauf"? 🙂

Michael Briner
Geschrieben

Ich wurde vor 15 Jahren bei meinem Einsatz als FA bei SWISS mit PBEs geschult. Darunter gab es auch Übungen im SAT mit Rauch. Das Aufsetzen empfand ich bereits als eine Kunst und das Tragen ist alles andere als ein Vergnügen. Kaum Luft,, schlechte Sicht durch das Visier, das teilweise anlief. Ein wirklich tragischer Fall.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

20 Minuten vom ersten Auftreten der Problem in FL 400 bis zur Evakuierung. Dabei das Triebwerk stillgelegt und die die Kabine und Passagiere auf die Notlandung vorbereitet. Das alles mit eingeschränkter Sicht und Kommunikation unter den Drucksauerstoffmasken. 

 

Respekt vor den Kollegen.

 

Wolfgang 

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb tamiko:

Das österreichische Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie hat den ersten Zwischenbericht veröffentlicht.

 

https://www.bmk.gv.at/dam/jcr:1c411654-b5ed-4c3a-adcd-cb246f160a0f/241223_AirbusA220-300_Graz_Written_Preliminary_Report_EN.pdf

 

Finde es etwas befremdlich, dass man nun in einem Unfallbericht nicht mal mehr den Namen des Betreibers offen schreiben darf🤔🙄. Das die Namen der Betroffenen Personen geschützt werden ist ja total okay, aber es weiss eh jeder um welche Airline es sich handelt, der stand auch SOOOO gross im Blick... Ein Imageschaden würde man sich doch deswegen kaum einhandeln. Viel eher schon durch diese bescheuerte Geheimniskrämerei...🤦‍♂️

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Lubeja:

 

Finde es etwas befremdlich, dass man nun in einem Unfallbericht nicht mal mehr den Namen des Betreibers offen schreiben darf🤔🙄.

Wenn der Betreiber eine Einzelperson ist, wird er aus Datenschutzgründen auch nicht im Bericht genannt. Und in keinem offiziellen Unfallbericht von der Strasse steht "das Firmenfahrzeug der Tischlerei XY". Man kann es als befremdlich bezeichnen, ich bezeichne es als sachlich.

 

Ralf

Urs Wildermuth
Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Lubeja:

Finde es etwas befremdlich, dass man nun in einem Unfallbericht nicht mal mehr den Namen des Betreibers offen schreiben darf

 

Das tun viele Länder nicht mehr, u.a. auch Deutschland. Im Sinne des ICAO Annex 13 ist das auch korrekt, denn die Berichte dienen ausschliesslich der Ursachenfindung und Prävention von weiteren Fällen gleicher Art.

 

Andere Länder haben da noch eine offenere Praxis, aber hier in Europa hat sich in den letzten Jahren auch immer mehr eine problematische Haltung gewisser Länder zur Just Culture breit gemacht. Dies ist soviel ich weiss der Grund, wieso viele Länder heute sehr viel vorsichtiger mit den Daten umgehen wie früher. Es werden ja auch tw keine CVR Mitschnitte mehr veröffentlicht sondern nur noch die Inhalte in passiver Weise vermittelt.

Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb Urs Wildermuth:

 

Das tun viele Länder nicht mehr, u.a. auch Deutschland. Im Sinne des ICAO Annex 13 ist das auch korrekt, denn die Berichte dienen ausschliesslich der Ursachenfindung und Prävention von weiteren Fällen gleicher Art.

 

Andere Länder haben da noch eine offenere Praxis, aber hier in Europa hat sich in den letzten Jahren auch immer mehr eine problematische Haltung gewisser Länder zur Just Culture breit gemacht. Dies ist soviel ich weiss der Grund, wieso viele Länder heute sehr viel vorsichtiger mit den Daten umgehen wie früher. Es werden ja auch tw keine CVR Mitschnitte mehr veröffentlicht sondern nur noch die Inhalte in passiver Weise vermittelt.

 

Und eben genau sehe ich das Problem! Eine Flugnummer ist meines Erachtens ein primäres Identifikationsmerkmal eines Fluges und damit ist auch der Betreiber bekannt. Was nützen all die Untersuchungen, wenn sie nicht mehr an einem konkreten Fall festgemacht werden können? Ich finde das eine gefährliche Entwicklung.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb Lubeja:

 

Und eben genau sehe ich das Problem! Eine Flugnummer ist meines Erachtens ein primäres Identifikationsmerkmal eines Fluges und damit ist auch der Betreiber bekannt. Was nützen all die Untersuchungen, wenn sie nicht mehr an einem konkreten Fall festgemacht werden können? Ich finde das eine gefährliche Entwicklung.

Aber die Ursache und die folgenden Präventionsmaßnahmen / Empfehlungen, sind doch viel wichtiger für die Entwicklung, als Airlines und Flugnummer im Unfallbericht zu benennen. 

Bearbeitet von Niko

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