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Berner Graspisten


Empfohlene Beiträge

Geschrieben (bearbeitet)

Berner Graspisten sollen riesiger Solaranlage weichen - Sky News

 

Zitat

Die beiden Graspisten auf dem Flughafen Bern sollen durch eine 25 Hektaren grosse Solaranlage überbaut werden. Diese könnte bis zu 35 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren und so 15’000 Haushalte versorgen.

 

Zitat

Die PV-Anlage soll auf dem eingezäunten Areal des Flughafens entstehen, im unbebauten Perimeter der heutigen Graspisten.

 

So soll das aussehen: 

 

BelpmoosSolar

Bearbeitet von Dierk
Flieger-Chrigel
Geschrieben

Die Segelflieger müssen sich einen anderen Flugplatz suchen. Dafür soll dort, wo heute die Segelflughangars stehen ein neues GAC inkl. Tankstelle errichtet werden für kleinere Flugzeuge.

Geschrieben

Soll sehr ich für PV Ausbau bin, so wenig verstehe ich, wieso ausgerechnet eine Graspiste für Segelflug dafür weichen soll. Man kann die Panels doch am Rand des Flughafens aufstellen, auf dem Hangardach und ansonsten an der Autobahn, oder nicht?

Geschrieben (bearbeitet)
Am 31.1.2023 um 15:43 schrieb Flieger-Chrigel:

Die Segelflieger müssen sich einen anderen Flugplatz suchen.


Nein wieso, die Segelflieger landen zukünftig auf den Solarpanels …

 

🙂

 

Gregor

 

Bearbeitet von sharkbay
  • 2 Jahre später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

der Thread ist zwar zwei Jahre alt und damit kälter als mein schlimmster Kaffee, aber ich dachte, dass der eine oder andere an einem Update interessiert sein könnte. Ich war bis vor einem halben Jahr Schleppchef der SG Bern und weiss darum, von was ich rede.

"Die Segelflieger müssen sich einen anderen Flugplatz suchen" (Zitat) Die Segelflieger müssen vorläufig mal gar nichts, insbesondere nicht einfach vom Flugplatz Bern verschwinden. Der Segelflug im Belpmoos ist älter als der Flugplatz und existiert seit über 100 Jahren. Er ist ausdrücklich im SIL und in der Konzession des Flughafens verankert. Die Flughafen Bern AG hatte zwar wohl schon geplant, das Segelfluggelände mit einer einfachen Kündigung des Mietvertrags zu übernehmen. Dieses Thema ist inzwischen vom Tisch: man hat sich geeinigt, dass die Segelflieger weiterfliegen können, bis eine rechtskräftige Baubewilligung für die Photovoltaikanlage vorliegt. Das kann dauern, denn es gibt erhebliche Bedenken gegen die Anlage von verschiedenen Seiten. Zum einen vom Naturschutz - das Belpmoos ist die letzte grosse Trocken- und Magerwiese zwischen Bodensee und Genfersee. Der Segelflug beschädigt diese fragile und biologisch sehr wichtige Fläche nicht, eine PVA würde sie hingegen zerstören. Zum zweiten von technischer Seite - das Belpmoos ist im Winterhalbjahr ein notorisches Nebelloch mit teilweise wochenlangen Phasen ohne einen Sonnenstrahl. Stromausbeute und Umsatz der PVA werden daher wahrscheinlich um einiges hinter den hochgestochenen Prognosen zurückbleiben. Damit wackelt das Argument des Flughafens, man bräuchte diese Erträge dringend für das finanzielle Überleben. Die kritische Öffentlichkeit fragt sich inzwischen schon, warum einer der traditionsreichsten Sportclubs von Bern seinen Sportplatz dafür aufgeben muss, zumal schon alleine auf den Dächern von Belp das Doppelte der geplanten Anlage realisiert werden könnte, ohne einen Quadratmeter wertvolle Naturfläche zu opfern. Zum dritten aus Aviatikkreisen: auch PilotInnen der Allgemeinen Luftfahrt, die nichts mit dem Segelflug am Hut haben, haben inzwischen begriffen, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen wird. Die grossen freien Flächen auf unseren Flugplätzen stechen heute schon vielen Investoren ins Auge; wenn in Bern jetzt eine Sparte der Fliegerei einer aviatikfremden Nutzung weichen müsste, wäre die Büchse der Pandora geöffnet, und man kriegt sie nie wieder zu. Und schliesslich: "ein anderer Flugplatz" ist nicht realistisch. Es gibt Segelfluggruppen in der Region; keine ist aus Kapazitätsgründen in der Lage, den kompletten Mitgliederbestand unseres Vereins aufzunehmen, d.h. der Verein wäre auf jeden Fall tot. Zudem operieren alle in sensiblen Nachbarschaftsverhältnissen mit Landwirten und Menschen in Wohnquartieren. Da kann man nicht einfach ein paar hundert Schleppflüge pro Jahr auf das eigene Kontingent draufpacken, ohne den eigenen Flugbetrieb zu gefährden. 

Die Segelflieger in Bern stehen jedenfalls seit zwei Jahren auf den Hinterbeinen und wehren sich. Support aus der Aviatikszene ist jederzeit sehr willkommen. Ihr könnt mich gerne kontaktieren.

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Urs Wildermuth
Geschrieben

Danke für das Update Stefan!

 

Ich hoffe sehr für Euch, dass schlussendlich eine Lösung gefunden wird, die Euren Betrieb sichert.

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